Viele Fragen sind weiterhin offen

Vechta - Während das Bundesteilhabegesetz (BTHG) nach und nach in der Praxis ankommt, sind bei den Menschen mit Beeinträchtigungen, ihren Angehörigen, aber auch in den Einrichtungen der Behindertenhilfe weiterhin zahlreiche Fragen offen. Um möglichst viele davon frühzeitig auszuräumen, luden die Angehörigen- und Betreuerbeiräte des Andreaswerkes jetzt erneut zu einem Infoabend in das Gasthaus Sgundek ein. Bereits einige Stunden zuvor hatte sich der Referent der Veranstaltung, Rechtsanwalt Sebastian Tenbergen, im Rahmen eines Fachgesprächs mit Personen aus dem Umfeld des Andreaswerkes ausgetauscht. Zu seinen Gesprächspartnern gehörten am Nachmittag Geschäftsführer Matthias Warnking, Vertreter aus den Fachbereichen Wohnen, Werkstatt, Frühförderung und Kindergarten, aus dem Werkstattrat sowie aus den Angehörigen- und Betreuerbeiräten.

Nicht zuletzt dank des Einsatzes der verschiedenen Verbände für Menschen mit Beeinträchtigungen sei das BTHG vor seinem Inkrafttreten „immer besser geworden“, betonte Tenbergen, Jurist beim Bundesverband für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen. Dennoch: Mögliche Kosteneinsparungen, Verschiebungen von Zuständigkeiten sowie teils fehlende einheitliche Regelungen bereiten auch ihm Sorgen. Als Knackpunkte nannten er und die übrigen Diskussionsteilnehmer unter anderem das Teilhabe- beziehungsweise Gesamtplanverfahren, die Schnittstelle zwischen Pflege und Eingliederungshilfe sowie den neuen Behindertenbegriff ab 2023.

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V.l.n.r.: Michael Rimpler (Vorsitzender Werkstattrat), Maike Diekmann (Abteilungsleiterin WfbM am Sternbusch), Siegfried Böckmann (Fachbereichsleiter Kindergarten und Frühförderung), Birgit Kröger-Wulf (Vorsitzende Beirat Schule), Rechtsanwalt Sebastian Tenbergen, Kurt Ernst (Vorsitzender Beirat Werkstatt), Christine Gaschemann (Assistentin der Fachbereichsleitung Werkstatt), Matthias Warnking (Geschäftsführer Andreaswerk), Gerold Abrahamczik (Beirat Werkstatt sowie Sprecher des Beirates der Angehörigen im Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie), Marlies Gier (stellv. Fachbereichsleiterin Wohnen und Assistenz) und Guido Moormann (Fachbereichsleiter Wohnen und Assistenz). Es fehlt Jürgen Böhme (Vorsitzender Beirat Wohnen).
Foto:
Thiel