8. MitMensch-Aktion "Verstehen macht Mut" 

Vechta – Andere zu verstehen und selbst verstanden zu werden, ist Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Doch nicht immer gelingt Kommunikation auch. Gerade Menschen mit Beeinträchtigungen fällt der Austausch mit ihrem Gegenüber beziehungsweise ihrer Umwelt oft schwer – etwa aufgrund von Hör- oder Spracheinschränkungen. Um für diese Problematik zu sensibilisieren, hat sich die inzwischen 8. MitMensch-Aktion des Themas „Gelingende Kommunikation“ angenommen. Unter dem Motto „Verstehen macht Mut“ wurde das zentrale Engagementprojekt des Andreaswerkes am 25. Oktober im Rathaus der Stadt Vechta durch Geschäftsführer Matthias Warnking eröffnet.

Gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Aloys Freese sowie Bürgermeister Helmut Gels ermunterte er die Anwesenden dazu, mehr aufeinander zuzugehen. „Der Austausch von Informationen ist die Grundlage des Lebens“, betonte Matthias Warnking. Kommunikation dürfe aber nicht nur zufällig klappen. Vielmehr müsse sie selbst dann gesichert sein, wenn jemand nicht oder nur schlecht sprechen, hören oder sehen könne. In seiner Eröffnungsrede erinnerte er aber auch an die Ursprünge der MitMensch-Aktion. Hatte es sich zu Beginn noch um eine reine Spendenaktion gehandelt, geht es inzwischen vor allem darum, Freunde und Förderer zu gewinnen und zu begeistern.

Die MitMensch-Aktion wolle Engagement fördern und unterstützen, erläuterte Aloys Freese, Aufsichtsratsvorsitzender des Andreaswerks. Ehrenamtlich Tätige lobte er in seiner Begrüßung als „großartige Vorbilder“. Zugleich warb er um finanzielle Unterstützung. Mit dem im Rahmen der 8. MitMensch-Aktion gesammelten Geld sollen Hilfsmittel und Maßnahmen finanziert werden, die Menschen mit Beeinträchtigungen die Kommunikation erleichtern.

Bürgermeister Helmut Gels unterstrich, wie passend es sei, die Aktion im Vechtaer Rathaus zu eröffnen. Dabei verwies er auf die gute und intensive Zusammenarbeit zwischen der Stadt Vechta und dem Andreaswerk. „Wir haben den Mut, aufeinander zuzugehen“, erklärte Helmut Gels in seinem Grußwort. Gerade beim Thema Inklusion zögen die beiden Partner seit Langem an einem Strang. Andreaswerk-Geschäftsführer Matthias Warnking schloss sich den Ausführungen des Bürgermeisters gerne an und dankte ihm noch einmal ausdrücklich für die Gastfreundschaft.

Neu an der jetzt gestarteten MitMensch-Aktion ist, dass sie sämtliche Fachbereiche des Andreaswerkes umfasst, statt wie bislang einen einzelnen in den Mittelpunkt zu stellen. Entsprechend tragen auch alle Fachbereiche in den kommenden anderthalb Jahren mit eigenen Veranstaltungen zum Gelingen der Aktion bei – von der Frühförderung bis zur Werkstatt. Ideen gebe es schon jetzt viele, freute sich Andreas Trottnow, Referent für bürgerschaftliches Engagement, am Dienstag.

Das Thema „Gelingende Kommunikation“ beschäftigt derzeit allerdings nicht nur das Andreaswerk. Im Rahmen eines vom Land Niedersachsen geförderten Projekts setzen sich seit Ende 2014 acht Einrichtungen der Behindertenhilfe gemeinsam mit der Frage auseinander, welche Voraussetzungen und Standards nötig sind, um ein möglichst hohes Maß an barrierefreier Kommunikation in den Einrichtungen zu erreichen. Im Andreaswerk werden die Ergebnisse der Projektgruppe von einem speziell zu diesem Zweck gegründeten, fachbereichsübergreifenden Arbeitskreis „Gelingende Kommunikation“ aufgegriffen und realisiert.

„Uns geht es bei dem gemeinsamen Projekt nicht nur darum, den einzelnen Menschen zu befähigen, sondern Inklusion umzusetzen“, machte Heike Bohm von der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück in ihrem Vortrag deutlich. Für die Projektkoordinatorin steht fest: „Ohne Kommunikation ist Inklusion nicht möglich!“

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V.l.n.r. Aufsichtsratsvorsitzender Aloys Freese, Referentin Heike Bohm, Geschäftsführer Matthias Warnking und Andreas Trottnow präsentieren das Plakat der inzwischen 8. MitMensch-Aktion des Andreaswerkes.
Foto Melanie Thiel de Gafenco

Ansprechpartner:
Andreas Trottnow

Tel. 04441 960-151