B.E.Ni: Chancen und Risiken

Vechta/Lohne - Mit dem Ziel verabschiedet, die Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigungen weiter zu stärken, hat das Bundesteilhabegesetz (BTHG) in den vergangenen zwei Jahren auch vielfältige Herausforderungen mit sich gebracht – für alle Beteiligten. „Nicht nur die Einrichtungsträger und die Mitarbeiter in den Kommunen müssen sich auf neue Vorgehensweisen und Regelungen einstellen“, erklärt dazu Dr. Cornelia Kammann vom Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V. Ebenso seien die Menschen mit Beeinträchtigungen selbst sowie ihre Angehörigen oder rechtlichen Betreuer gefragt, sich mit den Neuerungen und ihren Auswirkungen auseinanderzusetzen. Dazu gehört aktuell unter anderem das Bedarfsermittlungsinstrument B.E.Ni. Die Geschäftsbereichsleiterin Behindertenhilfe und Psychiatrie referiert zu diesem Thema am 29. November (Donnerstag) in Lohne. Die Veranstaltung im Saal des Gasthauses Römann, Markstraße 27, beginnt um 19 Uhr.

Die Bedarfsermittlung ist ein zentrales Element des Teilhabe- und Gesamtplanverfahrens, zu dem Anfang 2018 umfangreiche Regelungen in Kraft getreten sind. Vor diesem Hintergrund entwickelte das Land Niedersachsen ein landesweit einheitliches Instrument und führte dies, ebenfalls zu Beginn des Jahres, unter dem Namen „BedarfsErmittlung Niedersachsen“ (kurz: B.E.Ni) ein. Aber was bedeutet das künftig für die Menschen mit Beeinträchtigungen, ihre Angehörigen und Betreuer? „Die leistungsberechtigte Person muss ihre Unterstützungsbedarfe in diesem Verfahren deutlich benennen, damit Leistungen daraus abgeleitet und bewilligt werden können“, nennt Dr. Cornelia Kammann ein Beispiel. Dieser Unterschied zur bisherigen Praxis stelle an die Beteiligten ganz neue Anforderungen. Ihre Empfehlung: „In den Gesprächen müssen Sie sich selbst und ihre Ansprüche vertreten. Darauf sollten Sie sich einstellen und vorbereiten.“

Die Veranstaltung Ende November ist der bereits dritte Teil einer Reihe, die 2017 von den Angehörigen- und Betreuerbeiräten im Andreaswerk ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, über das BTHG, seine Inhalte sowie seine Konsequenzen zu informieren. Auch dieses Mal laden die Veranstalter ausdrücklich alle Angehörigen und Betreuer von Menschen mit Beeinträchtigungen zu dem Infoabend ein. Eine Verbindung zum Andreaswerk und seinen Diensten muss demnach nicht bestehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro pro Person.

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Dr. Cornelia Kammann referiert.
Foto: DICV Osnabrück