Schüler freuen sich über 100 Adventskalender

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Vechta
– Schon Mitte des 19. Jahrhunderts verkürzte er die Wartezeit auf Heiligabend. In den 1960ern gab es ihn erstmals auch in der Schoko-Variante. Adventskalender haben eine lange Tradition – und bis heute nichts an Beliebtheit eingebüßt. Entsprechend gut kam eine aktuelle Spendenaktion des Telefonbuchverlags Ludwig Schmidt bei den Schülern der Erich Kästner-Schule Vechta an. Dort überreichte Susanne Wedepohl vom Verlag (hinten, rechts) jetzt 100 mit Schokolade gefüllte Kalender für die Kinder. Stellvertretend für die gesamte Tagesbildungsstätte bedankten sich Mitarbeiter Kevin Tanke (hinten, links) und Schüler aus der Grundstufe, die als erste ihre Exemplare entgegennehmen durften, für die „süße Überraschung“.

Schüler gießen Kerzen für den Weihnachtsmarkt

Vechta - Ein bisschen Paraffin, ein Docht – und fertig ist die Kerze? Etwas mehr stecke schon dahinter, erklärt Juliana Hake, Mitarbeiterin der Erich Kästner-Schule Vechta. Schließlich muss das Paraffin zunächst gut erhitzt, dann mit Pigmenten eingefärbt und zuletzt vorsichtig in die bereitstehenden Gläschen gefüllt werden. „Ein langwieriger Prozess“, betont sie. Denn: Erst wenn die alte Schicht völlig ausgehärtet ist, kann die nächste gegossen werden. Mehr als eine Schicht pro Tag schaffen sie und ihre Schüler aus der Abschlussstufe so zwar nicht. Dass bis zum Weihnachtsmarkt des Andreaswerkes am ersten Advent (2. Dezember) genügend Kerzen für den schuleigenen Stand fertig sind, ist für die Nachwuchskünstler aber Ehrensache.

60 Stück wollen sie anfertigen und dafür rund neun Kilogramm Paraffin verarbeiten. Und was macht den Schülern dabei am meisten Spaß? „Sie finden es toll, die verschiedenen Farbpigmente auszuprobieren“, weiß Juliana Hake. Fünf Pigmente von gelb bis lila hat sie für das Projekt besorgt und freut sich, dass die Schüler dadurch auch viel über die Farbenlehre erfahren. „Wir überlegen zum Beispiel zusammen, was passieren würde, wenn man mehrere oder sogar alle Farben mischt“, berichtet die Mitarbeiterin. Gleichzeitig sei das Gießen der einzelnen Schichten eine gute motorische Übung – und eine echte Herausforderung. Immerhin kann schon ein kleines Ruckeln dazu führen, dass unschöne Farbränder entstehen.

Klar, dass die fertigen Werke zum Abschluss noch weihnachtlich verpackt werden sollen, bevor Mitarbeiter und Schüler mit ihnen den Stand auf dem Weihnachtsmarkt bestücken. „So eignen sie sich natürlich auch sehr gut als Geschenk“, betont Juliana Hake augenzwinkernd. Ein weiteres ideales Mitbringsel zur Weihnachtszeit: Die selbst gemachten Seifen aus der Erich Kästner-Schule Visbek, die ebenfalls am 2. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in der Landwehrstraße erhältlich sein werden.

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Das Ausprobieren der Farbpigmente machte den Schülern besonders viel Spaß.
Foto: Thiel

B.E.Ni: Chancen und Risiken

Vechta/Lohne - Mit dem Ziel verabschiedet, die Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigungen weiter zu stärken, hat das Bundesteilhabegesetz (BTHG) in den vergangenen zwei Jahren auch vielfältige Herausforderungen mit sich gebracht – für alle Beteiligten. „Nicht nur die Einrichtungsträger und die Mitarbeiter in den Kommunen müssen sich auf neue Vorgehensweisen und Regelungen einstellen“, erklärt dazu Dr. Cornelia Kammann vom Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V. Ebenso seien die Menschen mit Beeinträchtigungen selbst sowie ihre Angehörigen oder rechtlichen Betreuer gefragt, sich mit den Neuerungen und ihren Auswirkungen auseinanderzusetzen. Dazu gehört aktuell unter anderem das Bedarfsermittlungsinstrument B.E.Ni. Die Geschäftsbereichsleiterin Behindertenhilfe und Psychiatrie referiert zu diesem Thema am 29. November (Donnerstag) in Lohne. Die Veranstaltung im Saal des Gasthauses Römann, Markstraße 27, beginnt um 19 Uhr.

Die Bedarfsermittlung ist ein zentrales Element des Teilhabe- und Gesamtplanverfahrens, zu dem Anfang 2018 umfangreiche Regelungen in Kraft getreten sind. Vor diesem Hintergrund entwickelte das Land Niedersachsen ein landesweit einheitliches Instrument und führte dies, ebenfalls zu Beginn des Jahres, unter dem Namen „BedarfsErmittlung Niedersachsen“ (kurz: B.E.Ni) ein. Aber was bedeutet das künftig für die Menschen mit Beeinträchtigungen, ihre Angehörigen und Betreuer? „Die leistungsberechtigte Person muss ihre Unterstützungsbedarfe in diesem Verfahren deutlich benennen, damit Leistungen daraus abgeleitet und bewilligt werden können“, nennt Dr. Cornelia Kammann ein Beispiel. Dieser Unterschied zur bisherigen Praxis stelle an die Beteiligten ganz neue Anforderungen. Ihre Empfehlung: „In den Gesprächen müssen Sie sich selbst und ihre Ansprüche vertreten. Darauf sollten Sie sich einstellen und vorbereiten.“

Die Veranstaltung Ende November ist der bereits dritte Teil einer Reihe, die 2017 von den Angehörigen- und Betreuerbeiräten im Andreaswerk ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, über das BTHG, seine Inhalte sowie seine Konsequenzen zu informieren. Auch dieses Mal laden die Veranstalter ausdrücklich alle Angehörigen und Betreuer von Menschen mit Beeinträchtigungen zu dem Infoabend ein. Eine Verbindung zum Andreaswerk und seinen Diensten muss demnach nicht bestehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro pro Person.

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Dr. Cornelia Kammann referiert.
Foto: DICV Osnabrück

Andreaswerk warnt vor Betrügern

Landkreis - In der Stadt Lohne hat jetzt eine Person versucht, im Namen des Andreaswerkes Weihnachtskarten an der Haustür zu verkaufen. Wie das Andreaswerk mitteilt, handelt es sich dabei nicht um eine Aktion des Vereins. „Wir führen weder aktuell Verkäufe oder Spendensammlungen an der Haustür durch noch sind in absehbarer Zukunft solche Aktionen geplant“, macht Geschäftsführer Matthias Warnking deutlich. Die Person, die nun in Lohne aufgefallen war, sei demnach kein Mitarbeiter des Andreaswerkes, sondern ein Betrüger.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch in anderen Kommunen des Landkreises Betrüger mit dieser Masche unterwegs sind. Wer an seiner Haustür oder auf offener Straße von einem angeblichen Vertreter des Andreaswerkes angesprochen und um Geld gebeten wird, sollte daher unverzüglich die Polizei oder das Andreaswerk informieren (Tel. 04441 960-0). Alles Weitere wird dann in die Wege geleitet.

Kirmesflair kommt bei Besuchern gut an

Vechta – Lange hatten die Schüler und Mitarbeiter der Erich Kästner-Schule Vechta nach einem passenden Thema für ihr diesjähriges Schulfest gesucht. „Wir dachten zuerst an ein ‚Apfelfest‘ oder einen ‚Herbstmarkt‘“, erinnert sich Abteilungsleiterin Nadine Stallmann-Nieland. Aber: Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Erst als das Stichwort Oktoberfest gefallen sei, habe es “klick“ gemacht, schmunzelt sie. „Danach sind die Ideen nur so gesprudelt.“

Eine Fotobox mit bayerischen Motiven sollte es geben, Spielmöglichkeiten, Drehorgelmusik und ein kulinarisches Angebot mit Kuchen, Kilmerstuten und Brezel. „Wir wollten eine Art Kirmesatmosphäre schaffen“, erklärt Stallmann-Nieland. Bei den Besuchern der Ende Oktober durchgeführten Veranstaltung kam das Ergebnis der wochenlangen Vorbereitungen jedenfalls gut an. „Rundum gelungen“, lautete bei mehreren von ihnen das Fazit.

Den ersten Höhepunkt des Festes unter dem Motto „O‘ spielt is“ erlebten die Gäste dabei bereits zum Start. Unterstützt von einem Schüler eröffnete die Abteilungsleiterin am Nachmittag den umgestalteten Schulhof und die neu erworbenen Spielgeräte – darunter ein von der Andreas-Stiftung finanziertes Rollstuhlfahrer-Karussell. „Zum Glück hat sich das Wetter gehalten, so dass unsere Besucher das neue Außengelände gleich ausgiebig in Augenschein nehmen konnten“, freut sich Nadine Stallmann-Nieland.

Unterwegs waren dort im Verlauf des Nachmittags auch drei ganz spezielle Gäste aus der Justizvollzugsanstalt für Frauen (JVA): die Eseldamen Ella, Lissy und Lotta. Die Tiere stehen im Mittelpunkt eines wöchentlichen pädagogischen Angebotes, das Schüler der Erich Kästner-Schule in diesem Schuljahr wahrnehmen. Während der Wintermonate pausiert die neue Kooperation zwischen den beiden Einrichtungen, soll jedoch im April wieder aufgenommen werden. Ein Wiedersehen gibt es allerdings schon früher. Geplant ist, dass einige Esel auch auf dem Weihnachtsmarkt des Andreaswerkes am 2. Dezember vorbeischauen.

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Nadine Stallmann-Nieland, Abteilungsleiterin Erich Kästner-Schule, eröffnet gemeinsam mit einem Schüler den umgestalteten Schulhof.

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Schüler testen das neue Karussell speziell für Rollstuhlfahrer, das von der Andreas-Stiftung finanziert wurde.

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Der Besuch dreier Eselinnen aus der Justizvollzugsanstalt für Frauen Vechta gehörte zu den Höhepunkten des Schulfestes.

Fotos: Melanie Thiel de Gafenco