Projektgruppe für Gelingende Kommunikation formiert sich

Vechta - Wer nicht sprechen und oft auch nicht lesen kann, benötigt besondere Unterstützungsformen, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Piktogramme, Leichte beziehungsweise Einfache Sprache, Gebärden und Tablets sind dabei nur einige Beispiele, wie Kommunikation unter erschwerten Bedingungen gestaltet werden kann. Hier setzt das dreijährige Projekt Gelingende Kommunikation an, das der Verbund „Die Vielfalter – Experten für Teilhabe“ Anfang 2019 mit großer Unterstützung von Aktion Mensch auf den Weg gebracht hat.

Acht Träger der Behindertenhilfe - darunter das Andreaswerk - hatten bereits im Rahmen eines vom Land Niedersachsen geförderten Vorgängerprojekts gemeinsame Standards zu Gelingender Kommunikation (GK) entwickelt, die nun praktisch um- und eingesetzt werden sollen. Eine entsprechende Projektgruppe, an der neben den acht Trägern auch eine Vertreterin des Werkstattrates der Regionalen Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten beteiligt ist, hat sich inzwischen formiert und erste Termine und Meilensteine abgestimmt.

Die erarbeiteten Standards sind nicht nur für die insgesamt rund 16 000 Klientinnen und Klienten sowie 6 600 Mitarbeitenden der beteiligten Einrichtungen von Bedeutung, sie wirken ebenso in den Sozialraum hinein. Denn es sind oft die kleinen Dinge, die zur Lebensqualität beitragen und im Alltag zählen: zum Bäcker gehen, Sport- und Freizeitangebote nutzen, ein Restaurant, eine Arztpraxis oder die Apotheke aufsuchen und vieles mehr. Sollen auch Menschen mit kommunikativen Einschränkungen nicht nur dabei, sondern mittendrin sein, braucht es an diesen Stellen konkrete Hilfen.

Innerhalb des Andreaswerkes haben die beiden neuen GK-Beauftragten Maria Lampe-Bernholt und  Kerstin Müller die Aufgabe, die Ziele des Projektes umzusetzen. Dabei legt Maria Lampe-Bernholt, die auch im Sprach-Werk (Büro für Leichte Sprache) tätig ist, ihren Schwerpunkt in die Fachbereiche Werkstatt, Wohnen und Assistenz sowie Verwaltung und Zentrale Dienste. Kerstin Müller, Mitarbeiterin aus dem Heilpädagogischen Kindergarten und der Kindertagesstätte St. Jakobus Steinfeld, konzentriert sich auf die Fachbereiche Frühförderung, Kindergarten und Schule. „Unsere ersten Schritte werden sicherlich die Information und Schulung der Mitarbeiter, die Bedarfsermittlung in den Fachbereichen sowie die Anschaffung und Nutzung von elektronischen Hilfsmitteln sein“, gibt Maria Lampe-Bernholt einen Ausblick auf die anstehenden Aktivitäten.

In der Projektgruppe sind folgende Einrichtungen vertreten: Andreaswerk (Vechta), Heilpädagogische Hilfe Osnabrück, Caritas-Verein Altenoythe, Christophorus-Werk Lingen, Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück, Lebenshilfe Nordhorn, St.-Lukas-Heim Papenburg, Vitus Meppen sowie der Werkstattrat der Regionalen Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten.


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V.l.: Die beiden Beauftragten für Gelingende Kommunikation im Andreaswerk, Kerstin Müller und Maria Lampe-Bernholt, haben in den kommenden Wochen und Monaten viel vor.
Foto: Thiel

 

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